10/09/2020

Mit kon­strukt­iver Zer­störungslust zu mehr Kos­tensich­er­heit bei Schuls­anier­ungen

Manchmal muss man einfach durch beziehungsweise in die Wand. Denn erst mit so genannten zerstörenden Prüfungen vor Beginn der Planung einer Schulsanierung ist sichergestellt, dass bei der Umsetzung der Sanierungsarbeiten böse Überraschungen mit ungeplanten Kostensteigerungen so gut wie ausgeschlossen sind.

Bei vielen Gebäuden liegen konstruktive Schäden, Korrosionsschäden oder Mängel an Abdichtungen oder beim Brandschutz häufig im Verborgenen. Werden diese Mängel erst im Laufe der Sanierungsarbeiten entdeckt, können sie schnell zu enormen Kostensteigerungen oder gar zum Abbruch der Arbeiten führen, weil die Planungen nicht mehr umsetzbar sind. So wurden beispielsweise in vielen Schulbauten aus den 50er und 60er Jahren häufiger schwach dimensionierte Tragwerkskonstruktionen verwendet, die den statischen Anforderungen von heute nicht mehr genügen und die die gewünschten Umbauarbeiten nicht zulassen. Wird dies zu spät erkannt, ist die gesamte Sanierung gefährdet. Eine zerstörende Prüfung, die in diesem Fall die Betonqualität prüft, kann diesem Problem vorbeugen, indem die Ergebnisse dieser Prüfung bereits in der Planung berücksichtigt werden.

Einen Blick hinter die Fassade werfen
„Es ist bei einer Sanierung unerlässlich, insbesondere von Schulen, die aus den 60er und 70er Jahren der vergangenen Jahrhunderts stammen oder noch älter sind, eine zerstörende Prüfung des Baukörpers an den Stellen vorzunehmen, die potenziell die Durchführung einer Sanierungsmaßnahme gefährden können“, erklärt Andreas Schlote, Geschäftsführer der REC Partners GmbH, einem Spezialisten im Planungssegment Schulen und Bildungsstätten. „Es ist geradezu fahrlässig, diesen Blick hinter die Fassaden nicht zu riskieren, um im Vorfeld Probleme zu erkennen, die die Sanierung erheblich behindern können, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden. In letzter Instanz können sie sogar zu der Einsicht führen, dass ein Abriss und Neubau die wirtschaftlichere Lösung ist.“

Es gibt bei vielen Schulgebäuden, vor allem wenn sie in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals umgebaut und erweitert wurden, zahlreiche Stellen im und am Gebäude, die einer kritische Prüfung auf „Herz und Nieren“ bedürfen. Risiken für eine Sanierung sind in diesen Fällen meist nur über zerstörende Prüfungen in Erfahrung zu bringen. „Entsprechende technische Experten haben auf Grund ihrer umfassenden Erfahrungen ein gutes Auge dafür, wo sich potenzielle Gefahren- und Schadstoffquellen ergeben können und Zerstörungsprüfungen notwendig sind“, so Schlote. „Verzichtet man auf diese Prüfungen im Vorfeld der Sanierungsplanung, tappt man bei der Planung mehr oder weniger im Dunkeln und lässt sich bei der Sanierung einer Schule auf ein Spiel mit ungewissem Ausgang ein.“