Building
Experts

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01/11/2019

REC Build­ing Experts For­um 2019 – Cowork­ing: Ende eines Hypes oder Zukun­ft­sper­spekt­ive für den Büroim­mob­i­li­en­markt?

Diese Frage diskutierten hochrangige Branchenexperten vor zahlreichen Gästen aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft auf dem 2. REC Building Experts Forum am 31. Oktober im Frankfurter Palmengarten.

Mit Prof. Dr. Thomas Beyerle (Catella), Dr. Rüdiger Freiherr von Stengel (Art-Invest), Udo Stöckl (Avison Young) sowie Tudor Popp (Hotspot) konnte REC Partners vier kompetente Experten gewinnen, die den aktuellen Hype und die Zukunftsperspektiven des Coworking-Marktes aus der Sicht von Investoren, Beratern und Betreibern beleuchteten. Dabei ging es auch darum, ob Coworking mehr ist als nur ein vorübergehendes Phänomen oder ob diese Entwicklung den Markt für Büroimmobilien langfristig beeinflussen und somit ein ernstzunehmender Faktor in dieser Assetklasse wird.

Coworking-Strukturen etablieren sich

Für Thomas Beyerle stand nach seinem einführenden Überblick über den Coworking-Markt fest: „Die Coworking-Strukturen sind gekommen, um zu bleiben." Für ihn sind flexible Offices Bestandteil der sich in den letzten Jahren zunehmend etablierenden Sharing-Ökonomie, die in Bezug zur Gestaltung der Arbeitswelt den Wandel vom reinen Effizienzgedanken zu mehr Flexibilität befördere. „Die Katharsis, die ein großer globaler Vertreter aktuell durchläuft, kann man unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten nur begrüßen und als Lernkurve bezeichnen“, relativierte er den seiner Ansicht nach übertrieben dargestellten Hype um Coworking und die tatsächliche Marktmacht. Denn: „Der Substandwert der Idee und damit der Kern des Wirtschaftens am Büroflächenmarkt tritt dadurch besser zu Tage." Beyerle wies außerdem darauf hin, dass der Coworking-Anteil gemessen an der Gesamtfläche der Büroimmobilien, insbesondere in den Metropolen, immer noch gering sei.

Coworking: Modetrend oder Innovationsmotor?

Rüdiger von Stengel ging anschließend der Frage nach, welche Bedeutung Coworking heute für den Büroimmobilienmarkt eigentlich habe: ein Ausgleich für Bedarfsspitzen, Innovationsmotor oder doch nur ein Modetrend? Am Beispiel des von ihm mit aufgebauten Unternehmens DesignOffices bewertete er das Potenzial von Coworking auf Grund der Entwicklungen der letzten Jahre sowie auch die Zukunftsperspektiven für die Anbieter flexibler Büros durchaus positiv. Denn die Entwicklung der Branche werde insbesondere von den Bedürfnissen der großen Unternehmen angetrieben, die auch den neuen, dynamischen Arbeitsformen profitieren möchten, wie Design-Thinking und die Arbeit in virtuellen Teams, um Innovationen zu beschleunigen. Und dafür böten Coworkingspaces mit ihrer aus den starren Corporate-Vorgaben herausgelösten Umgebung mit einem umfassenden Serviceangebot die besten Bedingungen. Auch wenn die Kosten für einen einzelnen Full-Service-Arbeitsplatz in den Zentren der großen deutschen Städte auf den ersten Blick recht hoch schienen, so würden sie sich jedoch im Verhältnis zu den Kosten für das Vorhalten eigener Büroflächen für größere Unternehmen durchaus rechnen. Dabei unterschied von Stengel deutlich zwischen den verschiedenen Coworking-Anbietern, die mittlerweile die gesamte Bandbreite ganz unterschiedlicher Optionen abdecken: von dezentralen Coworkingflächen für Freelancer und hin zu so genannten Flexible Office Centern für Corporate-Kunden, die seiner Meinung nach für die Zukunft am besten positioniert seien.

Konsolidierung des Coworking-Marktes

Udo Stöckl von Avison Young betrachtete aus Beraterperspektive die Entwicklung des Coworking-Marktes etwas skeptischer. Seiner Ansicht nach werde sich der Coworking-Hype abschwächen, sobald sich die wirtschaftliche Lage verschlechtere. Er wies außerdem darauf hin, dass beispielsweise kurzfristigere Mietverträge vor dem Hintergrund der flexiblen Umgestaltung nach den Bedürfnissen der Corporate-Kunden, dem Betreiber als auch dem Eigentümer hohe Verpflichtungen auferlege. Er gehe insgesamt von einer Konsolidierung des Coworking-Marktes und einer Bereinigung der Branche aus. Zudem hinterfragte er kritisch das Serviceversprechen der Coworking-Anbieter, das dem Anspruch in Bezug auf die Qualität der flexiblen Arbeitsplätze oftmals nicht gerecht werde.

Danach stellte Tudor Popp, Mitbegründer von Hotspot, seine gleichnamige Coworking-Marke vor, die am 1. Dezember zunächst in Bukarest an den Start gehen wird. Er zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich des Erfolgs seines ambitionierten Konzepts. Der Nachfrage nach gut ausgestatteten, ergonomischen Arbeitsplätzen in einer gesundheitsfördernden Atmosphäre mit viel natürlichem Licht in einem nachhaltig gebauten, hochmodernen und repräsentativen Bürogebäude sei hoch. Hotspot setze bei seinem Konzept auf einen gesunden Mix aus in Bukarest etablierten Corporate-Mietern sowie kleinen und mittleren Unternehmen, die sich in Bukarest niederlassen wollen.

Nach der anschließenden lebhaften Podiumsdiskussion zogen die Experten trotz durchaus unterschiedlicher Auffassung in Detailfragen am Ende doch ein gemeinsames Fazit. Sie sind überzeugt davon, dass es möglicherweise zu einer Abschwächung des schnellen Wachstums im Coworking-Markt kommen und der Schwung des Hypes nachlassen werde. Das Thema bleibe jedoch auch zukünftig ein fester Bestandteil des Büroimmobilienmarktes.

zu den Personen:

Prof. Dr. Thomas Beyerle ist Geschäftsführer der Catella Property Valuation GmbH und Head of Group Research im Catella Konzern. Zudem ist er Professor für Immobilienresearch an der Hochschule Biberach sowie Lehrbeauftragter an verschiedenen immobilienwirtschaftlichen Hochschulen und Fortbildungsinstitutionen. So ist er im Vorstand der gif aktiv und leitet den ZIA-Arbeitskreis „Transparenz und Benchmarking“. Er ist außerdem Mitglied im Beirat der REC.

Dr. Rüdiger Freiherr von Stengel ist Gründer und Gesellschafter des Investment- und Management-Unternehmens Art-Invest Real Estate, das er seit 2010 zu einem führenden Projektentwicklungs- und Investmentunternehmen mit Sitz in Köln aufgebaut hat. Seit 2019 ist er zudem Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Immobilien Holding AG. Bis 2010 entwickelte er als Geschäftsführer der IVG Funds und IVG Investment erst das institutionelle und dann das private Fondsgeschäft der IVG.

Udo Stöckl ist seit 2014 Sprecher der Geschäftsführung und Principal von Avison Young in Deutschland. Er verantwortet die Expansion des Deutschlandgeschäfts und begleitet nordamerikanische institutionelle Mandanten beim Eintritt in den deutschen Markt. Er ist dem Unternehmen bereits seit 2011 verbunden und leitete dort zunächst aus Toronto heraus grenzüberschreitende Transaktionen in Europa und Nordamerika.

Tudor Popp gründete nach mehr als 10 Jahren Erfahrung im österreichischen Immobilienmarkt 2006 zusammen mit deutschen Partnern die REC immpuls in Bukarest, inzwischen eine 100prozentige Tochtergesellschaft der REC Partners GmbH. 2019 führte er mit REC Partners zusammen mit Hotspot eine neue Marke im Coworking-Markt ein.

Über REC Partners:
Die REC Partners GmbH ist ein internationales Team von Ingenieuren, Architekten und Wirtschaftsexperten mit Niederlassungen in Berlin, Bochum, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln und Bukarest. Das Unternehmen hat in den vergangenen 15 Jahren Kunden in ganz Europa bei der Entwicklung, Steuerung und Verbesserung von Immobilienprojekten mit insgesamt mehr als 10 Millionen Quadratmeter unterstützt. REC Partners beschäftig rund 80 Mitarbeiter in Deutschland und Rumänien.



Pressekontakt:

Matthias Beiderbeck (matthias.beiderbeck@r-e-c.eu)
Tel.: +49 2238 540 92 77 / mobil: + 49 173-523 66 13

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